Success Story

Tourismusregion Mondsee-Irrsee im Salzkammergut

Tourismusregion Mondsee-Irrsee im Salzkammergut

Wie kann eine umfangreiche Mobilitätsanalyse basierend auf Mobilfunkdaten Nutzungskonflikte in der Region beiseite legen und als großartige Argumentationsgrundlage für Entscheidungsfrage dienen? Thomas Ebner, Geschäftsführer der Tourismusregion Mondsee-Irrsee, gewährt Einblicke in den Arbeitsalltag mit Tourism Insights:

Fundierte Argumentationsgrundlage

Die Tourismusregion Mondsee-Irrsee im Salzkammergut verzaubert jährlich Millionen Besucher: innen mit seiner atemberaubenden Natur und vielfältigen Freizeitmöglichkeiten. Eingebettet zwischen den majestätischen Alpen und klaren Seen, bietet die Region ideale Bedingungen für Erholung und Abenteuer. Historische Sehenswürdigkeiten wie die Basilika St. Michael und zahlreiche kulturelle Veranstaltungen zeugen von einer reichen Tradition und lebendigen Kultur. Ein besonderes Highlight ist das Naturschutzgebiet rund um den Irrsee, das mit seiner unberührten Landschaft und vielfältigen Tierwelt Naturliebhaber begeistert. Ob Wandern, Radfahren, Wassersport oder einfach nur die Seele baumeln lassen – Mondsee-Irrsee hat für jeden Geschmack etwas zu bieten.

Der Wunsch nach verlässlichen Zahlen und einer fundierten Argumentationsgrundlage für Entscheidungsträger war der Ursprung für das Interesse der Tourismusregion Mondsee-Irrsee an mobilfunkbasierten Mobilitätsanalysen. Der offenbar steigende Touristenandrang, der teilweise daraus resultierende Unmut bei den Einheimischen und auftretende Nutzungskonflikte haben den Bedarf an genauen Daten und einem besseren Verständnis der Besucher: innenströme verstärkt. Die Analysen helfen, die tatsächliche Besucher: innenzahl zu ermitteln, objektive Erkenntnisse als Entscheidungsgrundlage für auftretende Fragestellungen zu liefern und den Handlungs- und Organisationsprozess zu verbessern.

Tourism Insights bietet dem Tourismusverband Mondsee-Irrsee schon mehrere Jahre fundierte Einblicke in 16 touristische Hotspots (POIs) der Region. Gemeinsam mit Thomas Ebner, der bereits mehr als 15 Jahre als Geschäftsführer für die Tourismusregion Mondsee-Irrsee tätig ist, haben wir über die ursprünglichen Fragestellungen und den konkreten Nutzen von Tourism Insights für die Region gesprochen.

Starke Daten. Starke Region.

Seit 2021 bezieht die Tourismusregion Mondsee-Irrsee Daten aus unseren Mobilitätsanalysen. Der Wunsch nach einer fundierten Datengrundlage wurde mit der Corona-Pandemie immer lauter. Durch die damaligen Maßnahmen kamen besonders viele Menschen in die Region, um sich in der wunderschönen Natur zu erholen. Der große Besucher: innenandrang führte jedoch auch zu großen Herausforderungen und Nutzungskonflikten. Der Tourismusverband wollte daher wissen, wie viele Menschen und insbesondere touristische Gäste tatsächlich die Region besuchen. Handelsvertreter in den Gemeinden äußerten die Sorge, dass die Einnahmen in den Geschäften auf Grund der hohen und oft kurzfristigen Tagesbesucher: innenanzahl langfristig betrachtet zurückgehen, da lokale Personen die Zentren meiden. Durch die Analyse wollte man feststellen, ob die „externen Besucher : innen“ dafür verantwortlich sind und welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um zukünftig wieder mehr Einnahmen zu lukrieren.

Zusätzlich wurde 2019 eine neue Attraktion in der Region fertiggestellt: Ein Aussichtsturm, der einen fabelhaften Blick auf den Mondsee und die umliegende Natur bietet. Die Verantwortlichen in der Region wollten wissen, wie viele Menschen den Aussichtsturm besuchen. Auch die Beliebtheit des Turms sollte hiermit evaluiert werden.
Ein großes Augenmerk lag auch auf dem Gewinnen neuer Erkenntnisse für Veranstaltungen ohne Besucher: innenzählungen. (besonders aus organisatorischen Gründen, da Veranstaltungen mit mehr als 2 500 Besuchern erhöhten Auflagen und Organisationsschritten unterliegen.)

Aufsetzen des Dashboards

Die Interessenkonflikte in der Region haben zur Entstehung der meisten POIs (Points of Interest) geführt. Die übrigen Standorte, aus denen neue Erkenntnisse gewonnen werden sollten, wurden basierend auf Fragestellungen aus der täglichen Arbeit und Erfahrungswerten definiert. Den gewählten POIs wurden ebenfalls Aktivitätsmerkmale wie u.a. „Baden“, „Freizeit“ oder „Innenstadt“ zugewiesen, um den Besucher: innenstrom zwischen den Angeboten zuordnen zu können. 

TVB-Geschäftsführer Thomas Ebner beschreibt die Set-Up-Phase in unserem Gespräch kurz und bündig mit einem Wort als „easy“. Dank eines bereits guten technischen Know-hows und der guten Betreuung war das Set-Up innerhalb eines einstündigen Termins erledigt.

„Zu wissen, wie viele Menschen in etwa an einem sehr warmen Sommerwochenende in die Region kommen, ist für uns sehr wertvoll. Demnach kann ggf. mehr Personal organisiert werden, um beispielsweise die Naturschutzgebiete zu beaufsichtigen. Dafür sind auch die historischen Daten eines Langzeitmonitorings unabdingbar.“

Thomas Ebner, Geschäftsführer

Die Daten entfalten ihre Wirkung

Durch die großflächige Mobilitätsanalyse basierend auf Mobilfunkdaten gibt es zum ersten Mal eine Gesamtanzahl der jährlichen Freizeitnutzer: innen in der gesamten Region, nämlich 3,5 Millionen. Dass es so viele sind, hatte selbst Thomas Ebner nicht erwartet, wie er uns im Gespräch erläutert. Ebenso überraschend waren die Anteile von Einheimischen, Tagestouristen und Nächtigungsgästen. Entgegen den Vermutungen sind die Einheimischen mit 50 % klar in der Mehrheit, wenn es um die Nutzung der Naturanlagen geht. Dies bedeutet auch eine Entlastung des Tourismusverbands bei der Kommunikation über korrekte Müllentsorgung und der Nutzung des Naturraums.

Zudem konnte mittels Datenverschneidung der Ursprung des hohen Verkehrsaufkommens in der Region geklärt werden. Der starke Verkehr belastete vor allem die Einheimischen und sorgte zum Teil für Unzufriedenheit gegenüber den Gästen. Durch die Analyse stellte sich heraus, dass der Hauptverkehr nicht nur von den Gästen, sondern sehr häufig auch von den Einheimischen selbst verursacht wird. Diese neue Erkenntnis half, die immer wieder auftretende „Schuldfrage“ in der Region besser zu klären und manch negative Vorurteile über das starke Besucher: innenaufkommen zu besänftigen.

Vielen Veranstaltungen können dank der vorhandenen Analyse auch besser organisiert werden. „Dabei geht es um wichtige organisatorische Abläufe.“, erklärt Thomas Ebner. „Dadurch, dass wir ungefähr wissen, wie viele Menschen kommen werden, können wir besser reagieren und die internen Anmeldeprozesse korrekter abwickeln. Sobald die Veranstaltung eine gewisse Besucheranzahl überschreitet, verlagert sich die Verantwortung vom Tourismusverband zur zuständigen Behörde, und es werden Konzepte für den öffentlichen Verkehr, die Abfallwirtschaft und den Umweltschutz notwendig. Durch die Daten wissen wir, dass viele Events, die wir für kleiner gehalten haben, diese Obergrenze überschreiten.“

Durch verlässliche Zahlen und der jahrelangen Erfahrung in der Region entstehen Einblicke auf einer anderen Ebene. Die Analyse konnten die bestehende Fragestellungen und Konflikte durch eine fundierte Argumentationsgrundlage klären und die Region bei Entscheidungsfindungen unterstützen. Die Region hat das Analysetool in den Arbeitsalltag fest integriert und will auch in Zukunft weiterhin mit Tourism Insights einen Mehrwert für die Region und dessen Gäste schaffen.