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Stadt Deggendorf
Deggendorf setzt auf moderne Mobilitätsdaten, um die Innenstadt gezielt zu stärken und Besucherströme erstmals präzise sichtbar zu machen. Die gewonnenen Erkenntnisse liefern wertvolle Impulse für Stadtentwicklung, Veranstaltungen und die Zukunft eines lebendigen Wirtschafts- und Lebensraums.
L(i)ebenswertes Deggendorf
Die Stadt Deggendorf > liegt im Herzen Niederbayerns, direkt an der Donau und am Schnittpunkt wichtiger regionaler und überregionaler Verkehrsachsen. Mit über 38.000 Einwohnern (Stand Februar 2024), einer Technischen Hochschule mit rund 8.000 Studierenden sowie mehr als 3.000 sozialversicherungspflichtigen Betrieben präsentiert sich Deggendorf als wachsender Wirtschafts-, Bildungs- und Lebensstandort in Ostbayern. Die dynamische Entwicklung der vergangenen Jahre unterstreicht die Bedeutung der Stadt als zentrale Drehscheibe für Unternehmen, Fachkräfte und Studierende.
Durch ihre besondere geografische Lage zwischen dem Bayerischen Wald und der Donau sowie der Nähe zu bedeutenden Arbeitgebern wie BMW bietet die Stadt eine ausgesprochen hohe Lebensqualität. Gleichzeitig entsteht ein wirtschaftlich starkes Umfeld, das sowohl für etablierte Unternehmen als auch für Existenzgründer attraktive Perspektiven eröffnet. Eine lebendige, gut frequentierte Innenstadt spielt dabei eine wesentliche Rolle: Sie ist nicht nur sozialer Treffpunkt und kulturelles Zentrum, sondern auch ein entscheidender Faktor für die Zukunftsfähigkeit und Wettbewerbsstärke des gesamten Standorts.
Um die Innenstadt nachhaltig zu stärken, arbeitet Deggendorf seit Oktober 2022 mit Invenium an der datenbasierten Analyse des Besucherverhaltens. Ziel dieser Kooperation ist es, mithilfe Mobilitäts- und Frequenzdaten ein präzises Verständnis darüber zu gewinnen, wie sich Personenströme entwickeln, zu welchen Zeiten die Innenstadt besonders stark frequentiert ist und welche Veranstaltungen oder Maßnahmen die größten Effekte erzielen.
Die gewonnenen Erkenntnisse ermöglichen es der Stadt, fundierte Entscheidungen zu treffen, Trends frühzeitig zu erkennen und die Innenstadt als attraktiven Aufenthalts-, Wirtschafts- und Begegnungsraum stetig weiterzuentwickeln.

Starke Daten. Starke Stadt.
Bislang standen der Stadtverwaltung dafür nur indirekte Indikatoren wie Tiefgaragenbelegungen, Hotelstatistiken oder der Absatz und die Einlösung des Deggendorfer Stadtgutscheins zur Verfügung. Die durch Invenium bereitgestellten mobilfunkbasierten Bewegungsdaten ermöglichen es nun erstmals, Besucherzahlen, Aufenthaltsdauern und Bewegungsmuster im Stadtgebiet präzise und kontinuierlich zu erfassen. „Die Bewegungsdaten von Invenium bilden dadurch die perfekte Ergänzung zu den bestehenden Daten“, erläutert Andreas Höhn in unserem Webinar „Innenstadt im Wandel“.
Die Einführung der Personenfrequenzmessung war Teil einer umfassenden Strategie zur langfristigen Erfolgskontrolle von Veranstaltungen und Marketingmaßnahmen. In der ersten Vertragsperiode über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren, von Oktober 2022 bis März 2024, wurden Bewegungsdaten ausgewertet, die wertvolle Erkenntnisse zur Entwicklung der Innenstadt liefern. Bereits die ersten Ergebnisse überzeugten den Wirtschaftsausschuss der Stadt, der sich aufgrund der gewonnenen Einblicke einstimmig für eine langfristige Fortsetzung entschied.
Die Analyse unterstützt die Teams der Wirtschaftsförderung, des Kulturamts, der Stadtplanung und die Stabstelle Smart City.
„Dank der Analysen von Invenium wissen wir heute viel genauer, wer wann und warum in die Innenstadt kommt und wie unsere Maßnahmen wirklich wirken. Diese Transparenz ist für uns Gold wert, um Deggendorf als lebendige, attraktive Innenstadt weiterzuentwickeln.
Andreas Höhn, Leiter der Wirtschaftsförderung Deggendorf




Die Daten entfalten ihre Wirkung
Die Daten zeigten erstmals ein vollständiges Bild des Besucherverhaltens in Deggendorf. So konnte ermittelt werden, dass die Innenstadt im Messzeitraum rund 3,4 Millionen Besucher verzeichnete, die im Durchschnitt 1 Stunde und 31 Minuten vor Ort blieben. Besonders aufschlussreich waren die tageszeitlichen Verläufe: Zwei ausgeprägte Peaks, um 11:30 Uhr und 15:30 Uhr, spiegeln den typischen Rhythmus von Einkaufs- und Gastronomiebesuchen wider. Der 7. Juli 2023 erwies sich als besucherstärkster Tag, begünstigt durch gutes Wetter und ein hohes gastronomisches Angebot, während der 1. Januar 2023 den niedrigsten Wert verzeichnete.


Auch die saisonale Betrachtung brachte wertvolle Erkenntnisse. Das vierte Quartal 2023, insbesondere die Zeit rund um den Christkindlmarkt, zeigte die höchsten Besucherzahlen. Im Vergleich zum Vorjahr konnte ein deutlicher Zuwachs festgestellt werden. Schwächere Frequenzen gibt es im zweiten Quartal, während der Oster- und Pfingstferien, welche vermutlich auf Urlaubsreisen während der Ferien zurückzuführen sind.
Ein besonderer Mehrwert der Analyse lag in der präzisen Auswertung von Veranstaltungen. Ob Donaufest, Lange Kultur- und Einkaufsnacht oder verkaufsoffene Sonntage, bei allen Events ließen sich deutliche Besucheranstiege nachweisen. Die Daten bestätigten zudem die hohe Relevanz des Wetters für die Besucherzahlen und halfen, den Erfolg einzelner Veranstaltungen differenziert zu bewerten. „Die Auswertungen über Veranstaltungen sind aus Sicht das Stadtmarketings besonders wertvoll“, ergänzt Höhn. So wurde etwa sichtbar, dass verkaufsoffene Sonntage vor allem in den üblichen Geschäftsöffnungszeiten hohe Peaks erzeugten und dass sich bei wiederkehrenden Veranstaltungen wie dem Herbstmarkt Verschiebungen in der Besucherstruktur zeigen.
Darüber hinaus konnte die Stadt durch die Mobilitätsanalyse nachvollziehen, wie sich Besucher innerhalb des Stadtgebiets bewegen und welche Wechselwirkungen zwischen Innenstadt, Donaupark und dem Freizeitviertel Natternberg bestehen. Diese Erkenntnisse tragen wesentlich dazu bei, städtische Infrastruktur, Wegführung und Aufenthaltsqualität künftig gezielter zu gestalten. Ebenso interessant waren die Herkunftsdaten: Anhand von Heatmaps konnte erstmals täglich nachvollzogen werden, aus welchen Regionen die Besucher stammen und wie sich Einzugsgebiete über die Jahre verändern. Besonders auffällig war ein deutlicher Zuwachs an Besuchern aus dem Raum Offenberg, deren Zahl sich von 2.500 im Jahr 2022 auf 12.200 im Jahr 2023 erhöhte – ein Plus von 77 %. Diese Entwicklung könnte auf eine verbesserte Ansprache neuer Zielgruppen hindeuten.
Ein weiterer wichtiger Aspekt war die demografische Differenzierung der Besucherströme. Entgegen der bisherigen Annahme zeigte sich ein weitgehend ausgeglichenes Geschlechterverhältnis, mit leichtem Überhang männlicher Besucher. Die Analyse bestätigte außerdem, dass vor allem junge Menschen zwischen 18 und 29 Jahren sowie Personen im Alter zwischen 50 und 59 Jahren die Innenstadt prägen.
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Fazit
Die Erkenntnisse aus der Mobilitätsanalyse bilden heute eine verlässliche Grundlage für strategische Entscheidungen in Stadtmarketing, Veranstaltungsplanung und Standortentwicklung. Auf Basis der Daten kann die Stadt Deggendorf gezielter in Maßnahmen investieren, die die Besucherfrequenz erhöhen, den lokalen Handel stärken und Leerstände reduzieren. Die Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, wie datenbasierte Mobilitätsanalysen kommunalen Akteuren helfen können, komplexe Entwicklungen sichtbar zu machen, Wirkungen messbar zu belegen und Innenstadtstrategien nachhaltig zu steuern.
Mit Unterstützung von Invenium verfügt Deggendorf nun über ein modernes, digitales Instrumentarium, das fundierte Entscheidungen ermöglicht. Ein Beispiel dafür, wie datengetriebene Stadtentwicklung in der Praxis funktioniert und welche Potenziale sie für die Zukunft von Innenstädten bietet.

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