Mario Mayerthaler: "Wir sind Teil der A1 Family"

Seit Novemeber 2020 heißen wir unseren neuen Geschäftsführer und CEO Mario Mayerthaler willkommen. Wir haben ihn zum Interview getroffen und mit ihm darüber gesprochen wie er auf Invenium aufmerksam wurde, wie er das Unternehmen heute sieht und wohin er es noch führen möchte.

Wie sieht dein bisheriger beruflicher Weg aus, der dich letztendlich zu Invenium geführt hat?
Mario Mayerthaler: Nach meiner Zeit als Vorstandassistent ging es ganz schnell in Richtung Business Development. Beim Aufbau des A1 Start Up Campus mit mittlerweile mehr als 200 FTE und 17 Mitgliedern (www.a1.startup.net) stellten wir uns automatisch die Frage, welche Assets man als Mobilfunker hat die man im Zuge eines Company Buildings mit externen Partnern verwenden kann. Die Antwort war einfach, aber schwer umzusetzen: Mobilfunkdaten!

Die A1 stellt Invenium mobilfunkbasierte Daten, für Ihre Mobilitätsanalysen, zur Verfügung. Wie würdest du einem Laien erklären, wie dies funktioniert – quasi der Weg vom Handy zum „Punkt“ in der Analysegrafik?
Ganz wichtig ist, zu verstehen, dass es keinen Personenbezug gibt. Das heißt, wir „verfolgen“ keine realen Menschen und wissen damit nicht, wo sich z.B. Max Mustermann gerade aufhält. Wir verwenden ausschließlich der GDPR und DSGVO entsprechende anonymisierte Daten für die Analysen. Ganz vereinfacht gesagt verwenden wir die anonyme Standortinformation von Handys, d.h. zu welchem Zeitpunkt war das Handy mit welchem Mobilfunkmasten verbunden und bei welchem Mobilfunkmasten war das Handy davor oder danach eingeloggt, und so weiter. Diese Informationen werden dann genommen und mittels Algorithmen auf die „echte“ Welt also auf Karten, Straßen etc. umgelegt. Am Ende des Tages bekommt man ein visuelles Bewegungsmuster über ganz Österreich – und das alle 24 Stunden aufs Neue anonymisiert und berechnet. Diese Analysen werden dann mit weiteren statistischen Daten zusammen für den Handel, Tourismus, Verkehrsbetriebe oder Verkehrsplaner etc. aufbereitet.

Mobilitäts- bzw. Bewegungsstromanalysen können mannigfaltig eingesetzt werden. Welche Anwendungsfelder begeistern dich am meisten bzw. findest du am spannendsten?
Sehr hilfreich sind diese Daten in der jetzigen Corona Situation, da die Bewegungsintensität ursächlich mit den Fallzahlen in Verbindung stehen. Aber wenn wir uns andere Sektoren ansehen, so sind Fragestellungen wie „woher kommen meine Kunden, was machen sie, nachdem Sie mich besucht haben“ universell umlegbar. Somit sind diese Analysen sowohl für Verkehrsanbieter, Werber bzw. Marketing, Tourismus oder Städteplaner etc. spannend und bieten neue, zusätzliche und digitale Informationen, die man bis dato nicht hatte.

Die Unternehmenskultur ist sehr stark von den Gründern und dem persönlichen Kontakt unter den Mitarbeitern geprägt, die Wege sind kurz, die Entscheidungen schnell, aber dennoch gibt es professionelle Prozesse. Mario Mayerthaler - CEO Invenium

Mit dir als CEO verstärkt die A1 ihr Engagement im Unternehmen. Siehst du Invenium als Startup oder als Teil eines Großkonzerns?
Beides! Invenium ist in die A1 auf eine Art und Weise eingebettet, der ihr als Scale Up alle Möglichkeiten zur Verfügung stellt, ohne sie zu nah am Großkonzern zu führen. Diese Balance ist das wichtigste Kapitel bei einem Kauf bzw. Integration einer Firma. Aber unsere Produkte und Services zahlen natürlich ins A1-Portfolio sowohl auf der Angebots- als auch auf der Umsatz- oder Ergebnisseite ein. Wir sind Teil der A1 Family.

Invenium ist in den wenigen Jahren seit der Gründung stark gewachsen. Was macht für dich die Unternehmenskultur bei Invenium aus? Welche Prioritäten setzt du als CEO und welche Ziele verfolgst du?
Die Unternehmenskultur ist sehr stark von den Gründern und dem persönlichen Kontakt unter den Mitarbeitern geprägt, die Wege sind kurz, die Entscheidungen schnell, aber dennoch gibt es professionelle Prozesse. Invenium ist bereit für ein weiteres schnelles Wachstum. Wie in jedem schnell wachsenden Unternehmen gibt es zwei Seiten einer Medaille: 1. Jeder arbeitet gerne in einem „growth Start Up“. Spirit und Drive sind im Wachstum einfach unübertreffbar. 2. Gerade durch das Wachstum wird die Firma aber auch größer und persönliche Kontakte oder Entscheidungen, die früher nah waren und schnell getroffen werden konnten, müssen in Prozesse übergehen. Das verändert wiederum die Art und Weise, wie wir zusammenarbeiten und es wird teilweise etwas unpersönlicher werden - ob wir wollen oder nicht. Dank A1, die sehr viel Erfahrung einbringt, schaffen wir diese Transition gut, d.h. der typische „Clash of Cultures“ zwischen Großkonzern und Start Up ist zum Glück nicht da.

Wir leben aktuell in einer durchaus herausfordernden Zeit. Welche Rolle spielen Unternehmen wie Invenium in Zeiten wie diesen und welchen Beitrag können technologieaffine Start-ups zur Unterstützung der Bewältigung von Krisen leisten?
Wir zuvor schon kurz angesprochen, sind unsere anonymen Analysen für die Corona Krise ein sicher spannender Mitentscheidungsfaktor. D.h. man sieht eindeutig welchen Impact Technologien oder eben auch die Entmystifizierung und konkrete Anwendung von Big Data für die Allgemeinheit hat. Hierzu stellen wir uns in den Dienst der Allgemeinheit und veröffentlichen solche Daten auch immer wieder auf unsere Homepage bzw. sind im Austausch mit den öffentlichen Institutionen.

Du bist als Head of Innovation bei A1 und jetzt auch CEO von Invenium, viel beschäftigt, wo schöpfst du abseits deiner beruflichen Tätigkeiten Energie, wie schaltest du ab?
Beide Jobs machen wahnsinnig viel Spaß, aber klar braucht man einen Ausgleich. Der kommt durch die Familie und durchs Laufen.

Ein Blick in die Zukunft: Was ist deine Vision für Invenium? Wo siehst du das Unternehmen in 2 bzw. 5 Jahren?
Die Richtung ist klar: In 2 Jahren müssen wir im Footprint stark sein und außerhalb unserer Kernmärkte Fuß gefasst haben. Und in 5 Jahren müssen wir in Europa oder in Lateinamerika stark sein und vom Start Up oder Scale Up zu einem etablierten Unternehmen gewachsen sein. Das ist der Anspruch seitens A1 aber auch seitens des Teams!

Invenium CEO Mario Mayerthaler

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